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07.07.2021

Für Artenvielfalt: Bürgerverein und Stadt eröffnen Insektenhotel an der Elbe

Die ersten Appartements werden in Kürze bezogen: Am Elbuferweg ist am 6. Juli 2021 nahe des Elbkantinchens in Grünhof-Tesperhude ein neues Hotel offiziell eröffnet worden – eines, das Wildbienen, Wespen, Fliegen, Käfern und sogar Schmetterlingen Herberge bietet. Das etwa 2,5 Meter hohe und ebenso breite Insektenhotel ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Geesthacht und des Bürgervereins Grünhof-Tesperhude. Und es ist ein weiterer Baustein der Initiative „Geesthacht summt!“, die im Stadtgebiet für insektenfreundliches Verhalten sensibilisieren soll.

„Häufig fehlt es an der Kombination von Nahrungs- und Nistmöglichkeiten. Darum ist ein Insektenhotel eine überaus nützliche Sache“, heißt es erklärend aus dem Fachdienst Umwelt der Geesthachter Stadtverwaltung, der die Projekte im Rahmen von „Geesthacht summt!“ betreut. Im Bereich der Trockenrasenfläche, an der das Insektenhotel aufgestellt wurde, ist zwar beides – Nahrung und Nistplätze – grundsätzlich vorhanden. Den Standort wählten Stadtverwaltung und Bürgerverein aus einem anderen Grund:  Der Elbewanderweg wird von vielen Personen genutzt, das Hotel dürfte dort also die Aufmerksamkeit von vielen Gästen und Einwohnenden Geesthachts auf sich ziehen – und das ist ausdrücklich erwünscht.  „Wir wollen das Thema sichtbar machen und durch das Hotel zeigen, was Insekten unter Nistmöglichkeiten verstehen. Vielleicht nimmt manch Spaziergängerin oder manch Spaziergänger ja Anregungen für den heimischen Garten mit, wie in kleiner Form dort Nistmöglichkeiten geschaffen werden können. Es muss nicht immer ein großes Hotel sein. Ein kleiner Anteil an Totholz, Ziegelsteine oder eine wilde Ecke eignen sich zum Beispiel sehr“, erklärt ein Mitarbeiter aus dem Fachdienst Umwelt.

Das Insektenhotel wurde durch den Bürgerverein Grünhof-Tesperhude gesponsert, in den Geesthachter Werkstätten gebaut und durch den Städtischen Betriebshof aufgestellt. Der Fachdienst Umwelt hat den Standort nahe der Trockenrasenfläche, die durch die Untere Naturschutzbehörde geschützt ist, frei gegeben und war beratend tätig.

In den kleinen Röhren und Fächern aus unterschiedlichen Materialien des Insektenhotels finden künftig unterschiedlichste Tiere Unterschlupf. Es wird so zu einem weiteren Element am Elbewanderweg, das Artenvielfalt unterstützt und sie für Spaziergängerinnen und Spaziergänger noch stärker sichtbar werden dürfte – und von diesen gibt es im Bereich zwischen Piratenspielplatz, Anleger, alter Weide und Parkplatz viele.

Seit mehreren Jahren informiert eine Tafel am öffentlichen Grillplatz zum Beispiel über die rote Waldameise. Aufgestellte Pflanzkübel am Parkplatz und am Wanderweg bieten Insekten zusätzlich zur Trockenrasenfläche Nahrungsquellen und sind optisches Highlight für Spaziergängerinnen und Spaziergänger. Große Pappeln, die 2020 aus Sicherheitsgründen an der Elbuferstraße gefällt werden mussten, wurden durch Bäume ersetzt, für die Bürgerinnen und Bürger Patenschaften übernommen haben. Die Stümpfe der gefällten Pappeln wurden ausgehöhlt und von Mitarbeitenden des Städtischen Betriebshofes bepflanzt. 

„Insgesamt sieht man hier im erweiterten Strandwegbereich viel Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, Bürgerverein und unterstützende Stadt Geesthacht“, betonte Bürgermeister Olaf Schulze bei der Einweihung des Insektenhotels. „Als Stadt ist für uns der Insektenschutz und die Förderung der Artenvielfalt schon lange Thema. Bei der Pflege des Straßenbegleitgrüns wird zum Beispiel darauf geachtet, dass die Verkehrssicherheit gegeben ist und Bienen sowie andere Insekten dennoch Nahrungsquellen finden. Außerdem wurden im Stadtgebiet beispielsweise Blühstreifen angelegt, im Rahmen der Aktion „Geesthacht blüht auf“ wurden viele Blumen gesetzt und am Hafen ist ein Wildbienenpfad entstanden.“ 

Dazu passt, dass die Stadt Geesthacht durch Beschluss der Ratsversammlung, eine Aufklärungskampagne gegen Schottergärten führen soll. 5000 Euro wurden hierfür bereitgestellt. Der Fachdienst Umwelt wird die Umweltverbände ansprechen, ob sie sich beteiligen möchten.

In den vergangenen Jahren hat die Stadtverwaltung bereits an mehreren Stellen für nachhaltige Gartengestaltung und Verhalten geworben, das die Artenvielfalt unterstützt.

Ein Beispiel ist der Wildbienenpfad, der 2019 am Hafen entstand. Dort wird nicht nur für die wichtige Rolle der Bienen im Naturkreislauf sensibilisiert. Betrachter erhalten auch Anregungen, wie vor allem Wildbienen und Insekten durch einfache Mittel unterstützt werden können – beispielsweise durch das Auswählen heimischer Kräuter und Blüher, die zeitlich versetzt im Jahr den Bienen Nahrung bieten. Auch Trockenmauern, in deren Zwischenräumen einige Bienenarten gerne brüten, wurden dort zur Anschauung angelegt – und zwar solche, die funktional sind und trotzdem schön aussehen.

Der Wildbienenpfad ist Teil der Initiative „Geesthacht summt!“, die im Mai 2018 ins Leben gerufen wurde. Geesthacht war damit die erste schleswig-holsteinische Kommune mit einer Partnerinitiative von Deutschland summt!. Die Initiative bietet jede Menge Informationen über Bienen und die ökologischen Zusammenhänge. Sie will jede Bürgerin und jeden Bürger anregen, in seinem Rahmen etwas für die Bienen zu tun.

Quelle: Stadt Geesthacht
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